• Clara Baier

Erfolgreicher Abschluss des BMBF CLIENT II Projekts LINOKAS

Das deutsch-kasachische CLIENT II Verbundprojekt LINOKAS – Koppelnutzung von Öllein: Samen und Faserstroh wurde zum 31. Juli 2021 mit einer Projektabschlussveranstaltung erfolgreich beendet. In LINOKAS arbeiteten deutsche und kasachische Partner aus Landwirtschaft, Industrie und Forschung seit November 2017 gemeinsam an der Entwicklung eines kosteneffizienten Aufbereitungsverfahrens für die großen Mengen Faserstroh, die im Norden Kasachstans Jahr für Jahr bei der Ölleinproduktion als nicht verwertbarer Sekundärrohstoff anfallen. Das im Projekt entwickelte Verarbeitungsverfahren kann nun im Partnerland Kasachstan bei interessierten Betrieben implementiert und fallspezifisch zusätzlich adaptiert werden, woraus sich für landwirtschaftliche Ölleinproduzenten die Option zu lokaler Erstverarbeitung des Strohs und Export eines transportfähigen bzw. weiterverarbeitbaren Zwischenprodukts eröffnet.


Die Aktivitäten enden hier jedoch keineswegs: Im Verlauf des letzten Projektjahrs ergaben sich vielversprechende Perspektiven zur langfristigen Verstetigung der Projektergebnisse in Form von konkreten und auf Dauer ausgelegten Kooperations- und Handelsbeziehungen, weiterführender und aufbauender F&E-Zusammenarbeit sowie der Erzielung deutlich tieferer Wertschöpfung als ursprünglich anvisiert.


Sowohl der kasachische Staat als auch wirtschaftliche Akteure des Landes sind nachweislich bestrebt, Agrarrohstoffe veredelt oder teilveredelt zu exportieren. Neben ersten kommerziellen Anfragen wurde unterstützt durch den Sachsen-Leinen e.V. und den Kasachischen Verband für Biologische Landwirtschaft auf Initiative der kasachischen Seite hin eine regionale Anschlussfinanzierung für zwei inhaltliche Folgeprojekte mit einem Fördervolumen von je ca. 200.000 € und 4 Jahren Laufzeit beantragt. Eines der beiden Projekte wurde bereits bewilligt.


Die regionale Relevanz der Projektinhalte gewinnt angesichts der bevorstehenden Steigerung der nationalen Gesamtanbaufläche von ca. 1 Mio. ha bei Projektstart auf bis zu 5 Mio. ha bis 2030 noch einmal deutlich an wirtschaftlicher Aktualität, Praxisnähe und Bedeutung für politische Ziele, aber auch ökologischer Brisanz.


Darüber hinaus konnte im Forschungsmaßstab auch die erzielbare Produktpalette mit dem Fortschreiten der Arbeiten von eingangs anvisierten Anwendungen im Baustoff- und Automobilsektor auf Einsatzfelder mit deutlich tiefer greifender Wertschöpfung erweitert werden. Diskutiert werden aktuell Nutzungskonzepte, die u. a. eine chemisch-mechanische Aufbereitung des Strohs über Zellstoff als transportfähiges Zwischenprodukt bis hin zu einer zukünftigen lokalen Weiterverarbeitung zu Viskose- und Lyocellfasern in Betracht ziehen. Gezielte Anschlussaktivitäten zur Bearbeitung dieser Fragestellungen sind aktuell in Vorbereitung.

Fotos: ©Kay Kölzig

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