• Torsten Brückner

Erfolge bei NF-CompPlus

Blattfeder aus Bastfaserhalbzeug entwickelt


Im Projekt NF-CompPlus erzielte die Forschungsgruppe AG Biologische Werkstoffe am Bionik-Innovations-Centrum in Zusammenarbeit mit sieben weiteren NF-CompPlus Partnern, darunter auch SachsenLeinen, erste Erfolge.


Dem Team ist es gelungen, aus Bastfaserhalbzeugen eine Blattfeder für ein Drehgestell einer Schmalspurbahn zu fertigen. Diese wird normalerweise aus glasfaser-verstärkten Kunststoffen hergestellt.


Prof. Dr. Jörg Müssig freut sich über den Erfolg: „Es ist schön zu sehen, dass es uns in dem Projekt NF-CompPlus durch die guten Kooperationen der Partner aus Forschung und Industrie gelungen ist, mit kostengünstigeren Bastfasern vergleichbare Verbundwerkstoffqualitäten zu erreichen, als mit erheblich teureren Rohstoffen. Dies könnte zu einer weiteren Verbreitung Nachwachsender Rohstoffe am Markt und an den passenden Stellen zu Substitutionen konventioneller Werkstoffe führen“.


NF-CompPlus ist ein Forschungsprojekt, dass vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert und von Prof. Dr. Jörg Müssig, Bionik-Professor an der Hochschule Bremen geleitet wurde. In dem Projekt ging es darum, Faserverbundwerkstoffe aus Naturfasern für strukturelle Anwendungen auf der Basis von neuartigen, niedrig gedrehten Bastfasergarnen zu entwickeln. SachsenLeinen war in diesem Projekt für die Lieferung und Aufbereitung der Rohfasern zusammen mit der BAFA Neu GmbH verantwortlich.


„Das Problem, das bei der weiteren Verbreitung von Naturfasern für hochwertige Verbundwerkstoffe im Wesentlichen besteht, ist der hohe Preis für die qualitativ hochwertigen Rohfasern, bei denen es sich bisher um Langfasern mit einer sehr hohen Reinheit handelt“, erklärt Projektkoordinatorin Dr. Nina Graupner von der Hochschule Bremen. „Die hohe Qualität wirkt sich durch den hohen Aufbereitungsaufwand erheblich auf den Preis aus. Aus diesem Grund stellen Naturfasern für viele Industriezweige häufig keine Alternative zu konventionellen Verbundwerkstoffen dar. Im Projekt konzentrierten wir uns darauf, qualitativ hochwertige Halbzeuge auf der Basis von kostengünstigeren Rohfasern zu entwickeln. Dieses Ziel erreichten wir durch das erfolgreiche Zusammenwirken von sieben Partnern aus Forschung und Industrie.“


Das Team kann nicht nur die erfolgreiche Entwicklung des Hochleistungs-Verbundwerkstoffes feiern, sondern sich auch über eine Auszeichnung freuen. Die Fachpublikation ‘Materials’ zeichnete das zu dem Faserverbundwerkstoff veröffentlichte Paper unter dem Titel „Novel Low-Twist Bast Fibre Yarns from Flax Tow for High-Performance Composite Applications“ („Neuartige drallarme Bastfasergarne aus Flachs-Nebenprodukt für Hochleistungs-Verbundwerkstoff-Anwendungen“) mit dem Prädikat „Outstanding Paper“ in ihrer ersten Ausgabe im Jahr 2021 aus.


Das Paper finden Sie hier.



Copyright: Graupner, N.; Lehmann, K.-H.; Weber, D.E.; Hilgers, H.-W.; Bell, E.G.; Walenta, I.; Berger, L.; Brückner, T.; Kölzig, K.; Randerath, H.; Bruns, A.; Frank, B.; Wonneberger, M.; Joulian, M.; Bruns, L.; von Dungern, F.; Janßen, A.; Gries, T.; Kunst, S.; Müssig, J. Novel Low-Twist Bast Fibre Yarns from Flax Tow for High-Performance Composite Applications. Materials 2021, 14, 105. https://doi.org/10.3390/ma14010105


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