LINOKAS

SHORT FACTS

Koppelnutzung von Öllein: Samen und Faserstroh

Laufzeit:

01.11.2017 - 30.06.2021

Fördervolumen:

699.284,00 €

Partnerland:
Kasachstan

Fördermittelgeber:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Im deutsch-kasachischen Projekt LINOKAS wird ein vor Ort in Kasachstan realisierbares Aufbereitungsverfahren für Ölleinstroh (Nebenprodukt der Leinsaatproduktion) zu einem exportfähigen und industriell nutzbaren Faserrohstoff entwickelt.

Vom Problemstoff zum Rohstoff: Kasachstan ist der weltweit sechstgrößte Produzent und Exporteur von Leinsaat. Das kontinentale Klima eignet sich sehr gut für den Ölleinanbau und die Kultur bereichert die sonst eher einseitig durch Sommerweizen dominierten Fruchtfolgen. Allerdings stellt das faserhaltige, zersetzungsbeständige Stängelmaterial – das Stroh – die Landwirte nach dem Winter vor große Probleme bei der Aussaat der Folgefrucht.

Es ist aktuell nicht wirtschaftlich nutzbar und wird weitgehend unkontrolliert direkt auf dem Feld verbrannt, wodurch jährlich große Mengen CO   freigesetzt werden.

Es ist aktuell nicht wirtschaftlich nutzbar und wird weitgehend unkontrolliert direkt auf dem Feld verbrannt, wodurch jährlich große Mengen CO   freigesetzt werden.

Im Projekt LINOKAS erarbeiten deutsche und kasachische Partner aus Landwirtschaft, Industrie und Forschung über mehr als drei Jahre speziell angepasste Verfahren, um aus dem derzeitigen landwirtschaftlichen Nebenprodukt Ölleinstroh einen industriell nutzbaren Faserrohstoff und beispielhaft ein Baustoffprodukt herzustellen. Da das primäre Produkt jedoch weiterhin die ölreichen Samen der Pflanze sind, muss das Ziel eine Anbauweise sein, welche die Erzeugung gleichermaßen hochwertiger Samen und Faserrohstoffe erlaubt – darauf arbeiten wir hin. Unterstützend wirken hierbei mehrere deutsche Projektpartner im Bereich der Anpassung von Technik zur Ernte, Bergung und lokale Aufbereitung des Strohs. Ergänzt durch Sorten- und Lagerversuche wird so in der Zielregion die Voraussetzung geschaffen, mittels landwirtschaftsnaher Wertschöpfung einen transportfähigen Faserrohstoff ohne Flächenkonkurrenz zu Nahrungsmittelproduktion für den Export bzw. die Weiterverarbeitung zu einem innovativen Dämmstoff herzustellen und zu vermarkten.

Ölleinstrohballen ohne Nutzung (D. Antonov)

Der deutsche Baustoffsektor und die Automobilindustrie sind zunehmend an natürlichen, umweltfreundlichen Rohstoffen und Naturfasern interessiert. Verwendung finden bereits Flachs, Hanf und importierte Fasern, z. B. zur Herstellung von KFZ-Innenraumverkleidungen. Die aktuell zum Einsatz kommenden Flachsfasern werden aus dem Faserlein gewonnen, eine dem Öllein genetisch gleiche Pflanze, die jedoch stark den Preiseinflüssen der Textilindustrie unterliegt. Daher ist eine zeitnahe Substitution bzw. Ergänzung mit Ölleinfasern in der laufenden Produktion aus unserer Sicht realistisch.

NATIONALE PROJEKTPARTNER
  • Sachsen-Leinen e. V. (Koordinator)

  • TEMAFA Maschinenfabrik GmbH, Bergisch-Gladbach

  • Kluge GmbH, Königswartha

  • Hanffaser Uckermark eG, Prenzlau

  • Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V., Potsdam (ATB)

  • Maschinen- und Systementwicklung Dr. René Thielicke, Halle

INTERNATIONALE PROJEKTPARTNER
  • Landwirtschaftsbetrieb Astyk Stem, Kasachstan

  • TOO Kazlein, Kasachstan

  • Institut für Getreideforschung I. A. Barajew, Kasachstan

FÖRDERMITTELGEBER
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ANSPRECHPERSONEN

M.Sc. Lovis Kneisel

lovis.kneisel@sachsenleinen.de

Dipl. Ing. Dmitrij Antonov

antonov@sachsenleinen.de