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kendyrTEX

SHORT FACTS

kendyrTEX – Wiederinkulturnahme versalzener Ackerstandorte Zentralasiens mit angepassten Rohstoffpflanzen (Kendyr) sowie textile Wertschöpfung als Alternative zur Baumwolle

Laufzeit:
01.07.2021 - 30.06.2024

Fördervolumen:
286.474,74 €

Partnerländer:
Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan

Fördermittelgeber:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

kendyrTEX verfolgt das Ziel, auf Basis von Kendyr (Apocynum venetum) eine nachhaltige textile Alternative zu Baumwolle mit besonderer Relevanz für die Region Zentralasien aufzuzeigen.

Zentralasien ist seit den 1950er Jahren eine der weltweit bedeutendsten Regionen für den Anbau von Baumwolle. Die Baumwollgewinnung hat nicht nur maßgeblich zur Verknappung der Wasserressourcen in der Region beigetragen, sondern verursachte auch die sekundäre Versalzung großflächiger Ackerstandorte. Vor dem Hintergrund abnehmender und stärker saisonal auftretender Wasservorräte – eine Folge des Klimawandels – gepaart mit der weitläufigen Degradierung landwirtschaftlicher Flächen verringerte sich die zentralasiatische Anbaufläche für Baumwolle seit 2007 um mehr als die Hälfte, mit kontinuierlich sinkendem Trend. Die Regierungen der Region haben die Problematik erkannt und unterstützen die Suche nach alternativen Möglichkeiten des Landmanagements für den Anbau von Nutzpflanzen auf degradierten Ackerstandorten sowie nach weniger umweltbelastenden Rohstoffen für die regionale Industrie.

Die traditionsreiche Faserpflanze Kendyr ist in der Lage, produktiv auf salzbelasteten Böden sowie mit deutlich geringerem Bewässerungsbedarf als Baumwolle zu wachsen – und damit prädestiniert für die zukunftsfähige Wiederinkulturnahme degradierter bzw. marginaler Agrarstandorte ohne Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. 

Gelingt es, auf Basis von Kendyr eine mit Baumwolle vergleichbare Faserqualität zu erzeugen, können die Fasern auf klassischen Baumwolltextilmaschinen verarbeitet werden. Zusammen mit der Entwicklung effizienter, klima- und standortangepasster Anbau- und Ernteverfahren wird so ein zusätzlicher Faserrohstoff für den wachsenden Markt textiler Produkte erschlossen, durch dessen Verarbeitung vor Ort in Zentralasien positive wirtschaftliche Effekte zu erwarten sind.

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Hier ergeben sich neben den ökologischen und wirtschaftlichen Potenzialen für die zentralasiatische Region auch wirtschaftliche Perspektiven für den deutschen Land- und Textilmaschinenbau. Darüber hinaus besteht in der deutschen Textilindustrie die wachsende Nachfrage nach innovativen und nachhaltigen Rohstoffalternativen.

NATIONALE PROJEKTPARTNER
  • Sachsen-Leinen e.V. (Koordinator) 

  • Fachgruppe Geoökologie am Institut für Geowissenschaften und Geographie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  

  • Hanffaser Uckermark eG, Prenzlau 

  • Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V., Potsdam 

  • Sächsisches Textilforschungsinstitut e.V. (STFI), Chemnitz 

  • hessnatur Stiftung 

  • Hempage AG (assoziiert) 

  • VAUDE Sport GmbH & Co. KG (assoziiert)

INTERNATIONALE PROJEKTPARTNER
  • World Agroforestry (ICRAF) Central Asia, Kirgistan/Kasachstan 

  • TOO Kazhemp, Kasachstan 

  • Tobinamcell LLC, Usbekistan 

  • Technische Universität Almaty, Kasachstan 

  • Kasachische Nationaluniversität – Al Farabi 

  • Kasachische Nationale Agraruniversität 

  • Internationales Innovationszentrum für das Aralseegebiet (IICA), Usbekistan 

  • Internationaler Fond zur Rettung des Aralsees, Kasachstan 

FÖRDERMITTELGEBER
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ANSPRECHPERSONEN

M.Sc. Lovis Kneisel

lovis.kneisel@sachsenleinen.de