Vier Tage Belgien und Frankreich: Einblicke in erfolgreiche Naturfaser-Wertschöpfungsketten
- Torsten Brückner
- 22. Juni
- 1 Min. Lesezeit

Wenn in Deutschland über Bioökonomie gesprochen wird, steht häufig der ökologische Nutzen im Vordergrund. In Belgien und Frankreich begegnet man dem Thema dagegen oft aus einer anderen Perspektive: als wirtschaftlich erfolgreiches Geschäftsmodell.
Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH organisierte der Sachsen-Leinen e.V. eine Studienreise nach Belgien und Frankreich, um genau diese Perspektive näher kennenzulernen. Im Mittelpunkt stand dabei nicht allein der Faserhanf, sondern die grundsätzliche Frage:
Wie gelingt es, hochwertige Pflanzenfasern wirtschaftlich erfolgreich zu produzieren und zu vermarkten?
Wer dieser Frage nachgeht, kommt an der Region Kortrijk in Belgien kaum vorbei. Die Region gilt als eines der wichtigsten europäischen Zentren für den Faserleinanbau und die Verarbeitung von Naturfasern.
Während der viertägigen Reise erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Einblicke entlang verschiedener Stufen der Wertschöpfungskette. Besucht wurden unter anderem Unternehmen der Faserproduktion, Hersteller von Ernte- und Aufschlusstechnik sowie in der Wallonie das Unternehmen IsoHemp, einen Hersteller von Baustoffen auf Basis von Hanfschäben und Kalk.
Besonders auffällig war dabei die Sichtweise vieler Unternehmen vor Ort.
Der Begriff „Bioökonomie“ spielte in den Gesprächen oft nur eine untergeordnete Rolle. Stattdessen standen Fragen nach Produktqualität, Marktchancen, Effizienz und Wertschöpfung im Mittelpunkt. Nachhaltigkeit wurde dabei nicht als Gegensatz zur Wirtschaftlichkeit verstanden, sondern als Teil eines funktionierenden Geschäftsmodells.
Für Sachsen bedeutet das jedoch nicht, bestehende Konzepte einfach zu übernehmen. Die Rahmenbedingungen, Strukturen und Potenziale unterscheiden sich von Region zu Region. Entscheidend ist daher, die Erfahrungen erfolgreicher Naturfaserregionen zu nutzen, gleichzeitig aber eigene Lösungen zu entwickeln, die zu den regionalen Gegebenheiten passen.
Die Studienreise hat gezeigt, dass ökologische und ökonomische Ziele kein Widerspruch sein müssen. Im besten Fall stärken sie sich gegenseitig und bilden die Grundlage für neue Wertschöpfungsketten auf Basis nachwachsender Rohstoffe.




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