• Clara Baier

Lieferkettengesetz: Implikationen für die Naturfaserbranche?

Der Beschluss des neuen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) wird die Textilbranche und viele weitere Industriezweige zukünftig vor neue Herausforderungen im Hinblick auf Transparenz und Sozialstandards im Lieferkettenmanagement stellen. Auch Umweltbelange sind relevant, wenn sie zu Menschenrechtsverletzungen führen (z. B. durch vergiftetes Wasser) oder dem Schutz der menschlichen Gesundheit dienen. Das Gesetz wird Unternehmen aber nicht nur neue Sorgfaltspflichten auferlegen, sondern sieht auch umfassende Unterstützungsleistungen vor (BMZ).


Die zentralen Regelungen im Überblick (BMZ):


Erstmals klare Anforderungen für die unternehmerischen Sorgfaltspflichten: Das schafft Rechtssicherheit für Unternehmen und Betroffene.


Verantwortung für die gesamte Lieferkette:

  • Die Sorgfaltspflichten der Unternehmen erstrecken sich grundsätzlich auf die gesamte Lieferkette – vom Rohstoff bis zum fertigen Verkaufsprodukt.

  • Die Anforderungen an die Unternehmen sind dabei abgestuft, insbesondere nach dem Einflussvermögen auf den Verursacher der Menschenrechtsverletzung sowie nach den unterschiedlichen Stufen in der Lieferkette.

  • Bei klaren Hinweisen auf Verstöße müssen Unternehmen tätig werden.

Externe Überprüfung durch eine Behörde:

  • Mit dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle überprüft eine etablierte Behörde die Einhaltung des Gesetzes.

  • Sie kontrolliert die Unternehmensberichte und geht eingereichten Beschwerden nach. Stellt sie Versäumnisse oder Verstöße fest, kann sie Bußgelder verhängen oder Unternehmen von der öffentlichen Beschaffung ausschließen.

Besserer Schutz der Menschenrechte: Betroffene von Menschenrechtsverletzungen können ihre Rechte weiterhin vor deutschen Gerichten geltend machen und jetzt auch Beschwerde beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle einreichen.


Wir fragen uns: Welche Implikationen birgt das Gesetz für die deutsche Naturfaserbranche? Welche Hürden, aber auch Chancen erwarten die Unternehmen und wie kann man sich vorausschauend darauf einstellen? Welche Trends sind infolge des Gesetzes zu erwarten (z. B. verstärkte Fokussierung auf heimischen Anbau und europäische Lieferbeziehungen)? Und wie können wir unsere Mitglieder und Netzwerkpartner in diesem Prozess optimal begleiten?


Vor diesem Hintergrund beginnen wir mit gezielten Schulungen und Informationsangeboten für unser Personal. So nahmen einige SACHSENLEINEN-Teammitglieder im Januar an der Online-Veranstaltungsreihe "Nachhaltigkeit in den Lieferketten: Neue Anforderungen und Umsetzungshilfen für die deutsche Textil- und Modeindustrie" teil. Wir werden die weiteren Entwicklungen aufmerksam verfolgen und uns kontinuierlich weiterbilden, um unseren Mitgliedern und Netzwerkpartnern in dieser Transformation kompetent zur Seite zu stehen und Potenziale, die sich aus der veränderten Sitution ergeben, gemeinsam zu identifizieren und zu nutzen.


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