• Clara Baier

Kendyr als Perspektive für Zentralasien: erstes Arbeitstreffen kasachischer Forschungspartner

Aktualisiert: 29. Okt. 2021

Drei der kasachischen Partner im Projekt kendyrTEX – Wiederinkulturnahme versalzener Ackerstandorte Zentralasiens mit angepassten Rohstoffpflanzen (Kendyr) sowie textile Wertschöpfung als Alternative zur Baumwolle begannen in einer ersten Besprechung mit der gemeinsamen Planung der Anbauversuche in und um die Aralseeregion. Im Vordergrund des Treffens zwischen Vetreter*innen der Kasachischen Nationalen Agraruniversität (KazNAU), der Kasachischen Nationaluniversität – Al Farabi (KazNU) sowie des Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees (IFAS) stand die Sondierung geeigneter Versuchsflächen. Neben vertieften Erkenntnissen über die Standortansprüche der Faserpflanze sollen die Experimentalflächen zunehmend auch (gezielt qualitätsoptimierte) Biomasse bereitstellen, sodass für die textiltechnologischen Verarbeitungsanalysen in reduziertem Maße auf Material aus Wildsammlung zurückgegriffen werden muss.


Die Kasachische Nationaluniversität – Al Farabi (KazNU) wurde 1934 gegründet und ist mit derzeit ca. 14.000 Studierenden die zweitgrößte Universität Kasachstans. Die Abteilung für Botanik der Biologischen Fakultät war u. a. an einem umfangreichen Monitoringprogramm am Fluss Ili beteiligt, das von 1970 bis 1990 durchgeführt wurde und – neben vielen weiteren Erkenntnissen – umfangreiches Wissen über die natürlichen Kendyr-Vorkommen im Raum Almaty hervorbrachte.


Die Kasachische Nationale Agraruniversität (KazNAU) wurde 1930 gegründet und bildet mit aktuell ca. 13.000 Studierenden die zweitgrößte Agraruniversität des Landes. Das Zentrum für Nachhaltige Landwirtschaft beschäftigt sich mit den ökologischen Effekten der landwirtschaftlichen Flächennutzung und der Entwicklung von nachhaltigen landwirtschaftlichen Nutzungssystemen.


Der Internationale Fond zur Rettung des Aralsees (IFAS), assoziierter Projektpartner, wurde 1993 von den Gründungsstaaten Kasachstan, Usbekistan, Kirgistan und Tadschikistan ins Leben gerufen, um den ökologischen und ökonomischen Herausforderungen, die die Austrocknung des Aralsees für ganz Zentralasien mit sich brachte, gemeinsam zu begegnen. Die Zusammenarbeit wurde seit 2018 intensiviert und insbesondere Kasachstan wird an der Forschung und Strategieentwicklung im Projekt KendyrTEX mitwirken.


Sofern es die globale Gesundheitslage zulässt, wird die Koordination der landwirtschaftlich-ökologischen Versuche im Oktober mit Teilen des deutschen Konsortiums vor Ort fortgesetzt.

Eine vollständige Liste der involvierten Partner auf zentralasiatischer und deutscher Seite sowie weiterführende Informationen zum Projekt selbst finden Sie hier.



Fotos: ©Peter Liebelt

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